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zu verstehen oder erst mal zu sehen, was du hast und das anzunehmen, dass du nicht mehr derselbe Mensch bist, Und man sich dann so schämt, wenn man sein ganzes Leben gearbeitet hat ich muss auch mein Mindset ändern, damit du heilen kannst. als Workaholic mich hauptsächlich über die Arbeit definiert, oder ich kannte dich so lange und auf einmal ist dieser Gegenspieler nicht mehr der Gleiche Und dann die Zeit, in der ich feststellen musste, dass du nicht verstehst, wie es mir geht. Und dem Moment ist mir bewusst geworden, ich glaube, ich bin krank. Ganz lange möchte man das auch nicht wahrhaben als Partner. Ok, wir lassen das jetzt einfach laufen und hoffen, dass das dann funktioniert. Sehr gut. Möchtest du deine Kontaktlinie reinmachen, weil du siehst, dann auch nicht dein Geschriebenes, oder? Das ist korrekt. Willst du die Menschen schon alleine unterhalten? Hallo, mein Name ist Franziska Dittmann. Und da kommt er rein, da kommt er. Zweite Elternteil nach acht. Ich bin's. Ein Eltern. Kannst du bitte nochmal checken, ob du aufnimmst? Ich nehme auf, es sieht gut aus. Sieht sehr gut aus. Ich habe eine rote Kurve. Das ist gut, denn wir können ja mal erzählen, dass wir schon zwei Anläufe bei diesem Podcast gebraucht haben. Einer ging auf deinen Mist und einer auf meinen Mist. Warte mal ganz kurz, welcher soll auf meinen Mist gegangen sein? Na, als du nicht die Aufnahmetaste letzte Woche gedrückt hast. Oh, das ist cool. Genau. Und gestern ging auf meinen, weil ich im Stress des Alltages beim Arbeiten das Ladekabel nicht mehr zurück an Dominiks Rechner gesteckt hatte und wir dann nicht mehr… Naja. Lange Rede, kurzer Sinn. aber let's go. Wie ging es dir denn heute beim Sommerfest unseres Kindes? Beim Sommerfest der Stars? Ich weiß das nicht. Ich hatte heute Tränen in den Augen. Wie ging es dir denn? Warum denn? Na, weil unser Kind da vorne stand und irgendwelche Texte gesungen hat. Ja, das war niedlich. Na, ich fand es total schön, weil ich hatte heute meinen Dad-Moment. Ja, die Eltern sollten alle nachmittags anrücken und sich schon mal draußen positionieren an der Bühne am Sandplatz. Und dann kamen alle Kinder raus. Unser Sohn tatsächlich als Erster. Und die Frau erblickte mich und rannte straight zu mir. Mein Herz ist gebrochen, ich schwöre.

Und man muss einmal ganz kurz sagen, ich habe mich extra so hingesetzt, dass er mich sehen kann. Weil letztes Jahr standen die so rum beim Singen. Und dieses Jahr, naja. Ja, du hast halt das Rauskommen mit gerechnet. So weit denke ich dann. Tja, ich habe es zu Ende gedacht. Ja, war richtig, richtig schönes Sommerfest. Das ist für mich sehr emotional. Das kann ich ja kurz erzählen. Ich habe vor zwei, drei Jahren, als dieses Fest hier war, mich ganz doll geweint, weil ich anderen Kindern zugeguckt habe, wie sie halt singen und mir schon denken konnte, mit meinem Kind schlafend im Wagen. Oh mein Gott, das kann irgendwann mein Kind sein. Ich war heute mit Ansage, dass ich weine. Das hatte ich mir auch so gedacht. Aber ich wusste gar nicht, dass unser Kind singt. Ja, wir waren die einzigen Eltern, die das dann wussten. Alle anderen haben gesagt, dein Kind ist auch so oft zu Hause gesungen. Und ich war so, was singen denn eure Kinder den ganzen Tag zu Hause? Wer will fleißige Handwerker? Und ich so, ach ja, aber das singt doch ja immer bei uns. Das ist sehr schnell gewesen. Nimmst du auf, mein Schatz? Ja, heute nehme ich auf. Willkommen bei Eltern nach Acht. Der Tagesabschluss Day. Warum sagst du das so Hey, du darfst immer so komisch sagen. Nein, ich sage das hoch erotisch. Wir haben heute ein besonderes Thema. Heute geht es dich. Wir haben jetzt sehr oft im Vorbeigehen gesagt, ja, irgendwann geht es so ein Burnout und der Burnout ist so und so, seit dann und dann. Als wäre das so eine Randnotiz. Dabei bestimmt das gerade ziemlich viel in unserem Alltag. Deswegen dachte ich, wir schenken diesem Burnout heute mal die Bühne, die er sich sowieso schon nimmt. Also lass uns doch mal beim Heute anfangen. Wenn du auf dich schaust, wo stehst du gerade? Beziehungsweise, wie würdest du deinen Zustand selbst beschreiben? Kurz vor dem Wahnsinn. Das ist so schlimm. Nein. Nett mit gelegentlichen Ausbilden. Das beschreibt es leichter ein bisschen. Ja, Spaß beiseite. Ich bin mitten in der Genesung. Jetzt schon seit anderthalb Jahren. Und ich würde sagen, dass es gerade in die richtige Richtung geht. So seit Februar, März, seit die Sonne rauskam, laufen ein paar Sachen bei mir in die richtige Richtung. Das heißt, die Resilienz steigt wieder. Mein Erinnerungsvermögen wächst wieder. Große Schwächen habe ich immer noch im Konzentrationsvermögen. Das heißt, parallel ablaufende Vorgänge oder auch komplett Multitasking kann ich gar nicht. Hat mal lustige Abenteuer im Urlaub. Und ja, an Emotionen, da scheitert es noch ein bisschen. Die sind immer noch nicht zurück. Das heißt, alle sind auch so ein bisschen dumpf und ja, eine flache Siedlungskurve. So würde ich es jetzt mal grob bezeichnen. Okay, das ist also heute. Aber kannst du vielleicht einmal da beginnen oder aufmalen, wo es losging? Vom ersten Job

oder von den ersten Jobs bis zu dem Punkt, an dem es gekippt ist? Ja, kann ich. Also grundsätzlich, ich bin im 79er Baujahr. Das heißt, die Generation, die mit dem Credo rumrannte. Burnout gibt es nicht. Einmal duschen gehen und hochziehen, Ausspruchen weiter. Und deswegen haben mein Psychologe, mit dem ich jetzt seit zwei Jahren zusammenarbeite, ein bisschen die These, dass ich schon mal einen hatte in 2011. Da hatte ich schon mal einen relativ krassen Job im Sales. Ich habe da ein großes Team skaniert und habe da am Tag zwei Blackberry-Akkums-Lehrtelefoniert . Und jetzt 2018 habe ich dann mit einem Start-up angefangen hier in Berlin und mich da klassisch, wie es sich gehört, ausgebrannt. Das heißt, als Workaholic mich hauptsächlich über die Arbeit definiert, Hobbys und alles andere immer mehr schleifen lassen, bis ich eigentlich gar keine mehr hatte. Corona kam dann mit dem Effekt, und das kennen mit Sicherheit hier alle, die gerade zuhören, dass man den Laptop eigentlich gar nicht mehr so richtig zugeklappt hat im Homeoffice, was eben die Gefahr erhöht hat, auszubrennen. 2023 war es dann bei mir so weit, dass ich starke körperliche Symptome hatte und Ausfallerscheinungen, dass ich dann irgendwann erst ein bisschen länger krank wurde, was für mich sehr ungewöhnlich ist, weil ich eigentlich fast nie Krankheit hatte. Und dann war ich aber auch an einem Punkt in der Firma, wo ich einfach nicht mehr das Gefühl hatte, noch was zu bewirken. Ich habe Gespräche mit meinen Vorgesetzten gesucht, und am Ende haben wir uns darauf geeinigt, dass ich gehe. Dann waren wir ein halbes Jahr in einer Auszeit unterwegs, die Zeit, mich zu erholen, sowohl körperlich als auch geistig. Ich habe einen neuen Job in 2024 angefangen und habe mich dort noch innerhalb der Probezeit in vier Monaten sowas von ins Weltall gefossen, praktisch mit einem klassischen, ich würde sagen Rebound, ähnlich wie bei einer Diät. Wie sagt man bei einer Diät? Wenn das Jojo-Effekt. Genau, das heißt, da kam es richtig Jojo zurück, sodass ich nach drei Monaten dort schon die Kündigung eingereicht habe in der Probezeit und gesagt habe, das wird hier nichts mit uns. Und innerhalb des letzten Monats, den ich dann noch da war, war ich irgendwie von 80 Prozent Leistungsfähigkeit, die ich zu dem Zeitpunkt noch hatte, gefühlt ins Minus gerutscht. Und seitdem, ja, liege ich hier brav und versuche wieder auf die Barthin zu kommen. Das ist so der Weg in den Burnout. Wo würdest du sagen, du hast da schon gewusst, dass das ein Burnout ist? Nein, also das ist ein bisschen wie ADS oder andere Begriffe, die werden sehr inflationär benutzt. Und ich habe immer

nicht so den großen Sinn darin gesehen, da eine Definition zu suchen oder zu finden, was ich gerade habe, uns nicht zu manifestieren. Ich dachte einfach, ja, okay, ich habe zu viel gearbeitet. Es gibt ein paar rationale Gründe, worum es mir so geht, wie es geht. Und Stück für Stück kann ich die abbauen. Also ich hatte unter anderem eine Fettleber, weil ich zwischendurch 105,6 Kilo gewogen habe. Und mein Kampfgewicht liegt irgendwo bei 80. Und das bedeutet, ich hatte eine Fettleber. Das ist eine Diagnose, wo man ganz genau weiß, okay, ich muss weniger essen, gesünder essen und seltener am Tag essen. Und dann korrigierst du das wieder in die richtige Richtung. Aus der Fettleber oder mit der Fettleber korreliert Müdigkeit. Das bedeutet, wenn ich die Fettleber weg habe, dann bin ich weniger müde am Tag. Das heißt, auch wieder leistungsfähiger, Konzentrationsschwächen kommen vielleicht vom zu wenig Schlaf, also mehr Schlafen und so weiter und so fort. Das heißt, da bin ich noch sehr rational damit umgegangen. Und die ersten Diagnosen vom Psychologen, bei dem ich schon 2023 angefangen habe, damals noch, um mich zu verbessern. Ich wollte zum Beispiel Dinge wie Prokrastinieren in den Griff kriegen. Also ich wollte wissen, warum blockiere ich mich immer selber im Leben und verschiebe gute Aufgaben, die mich weiterbringen können, immer weiter nach hinten und will sie nicht machen. Deswegen bin ich eigentlich zum Psychologen gegangen. Und Stück für Stück haben wir uns aber immer mal in dem Thema beschäftigt, dass ich körperlich ungeistig abbaue und es mir immer schlechter geht. Und da haben wir dann am Anfang auch eher die Diagnose gehabt, depressive Schübe. Und ja, insgesamt kann man es dann, glaube ich, ganz gut unter dem Begriff Burnout auch zusammenfassen. Aber ja, keine Ahnung. Und das von Anfang an, ich hatte es von Anfang an nicht so auf dem Schirm, nee. Wenn ich mich zurückerinnere, weiß ich, dass ich ganz lange, also man spricht ja auch nicht mit jedem draußen über so eine Thematik, aber dass es auch wichtig war, also wichtig für dich war, das nicht so zu benennen nach außen hin. Das heißt, ich habe Freundinnen, auch wenn die mich gefragt haben, was du gerade machst, total irgendwie probiert auszuweichen und keine Antwort zu geben, weil das noch nicht so klar ist wie die letzten, ich weiß nicht, anderthalb Jahre, kommt das hin, ein Jahr? Ja. Wo du, seitdem du, also seitdem würde ich sagen, weißt du, was du hast. Genau, also bei mir gab es so einen kleinen Erkenntnismoment, ein bisschen wie im Film da. Und das war, wie lange waren das? Ungefähr vier Monate nach meinem Komplettausstieg aus der zweiten Firma im Dezember 2024. Da habe ich mal wieder eine Krankwoche

mit Finn zu Hause gebracht. Dann hat es mich selber erwischt, glaube ich sogar mit Fieber. Und ich bin da draußen irgendwie gefühlt noch auf einem Zylinder rumgelaufen mit dem Bollerwagen in der Hand und Kind im Bollerwagen, dem es auch nicht gut ging und habe mich da so durchs Wohngebiet geschleppt und so einen kleinen Achtsamkeitsmoment gehabt. Und dem Moment ist mir bewusst geworden, ich glaube, ich bin krank. Das war einfach der Moment, wo ich dann auch anfangen konnte, ja, anfangen gehen konnte, nee, wie sagt man, wo ich einfach anfangen konnte zu heilen, weil ich mir jetzt klargemacht habe, dass ich nicht gesund bin und es auch nicht mehr so weitergeht. Vorher war das bei mir immer so, okay, du bist jetzt down und ich bin so ein Typ, Brocki, der sich immer wieder zurückkämpft. Ein bisschen wie im Film, da hängst du mir eine Schweinehälfte hin, ich wirkle mir ein paar Lappen um die Knöchel und dann baller ich auf dem Ding rum. Dann renne ich noch ein paar Treppen hoch und reiß dich ab in die Luft. Ich habe mir diese Filme ja nie geguckt, außer die Treppenszene. Tja. Da hängen die wirklich Schweinehälften hin. Ja, ja. Meine Frau kann aber auch Star Wars und Enterprise nicht unterscheiden. Ja, Entschuldigung, wer kann das? Ja, jeder. Eieiei, eiei, eiei. Naja, jedenfalls war das für mich normal, das ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich ein bisschen zurückgekämpft habe nach einem Projekt. Das war auch mein, ich war ja 14 Jahre Freelancer, einfach mein Credo, rein im Projekt, Vollgas, einmal rein wie so ein Maulwurf und dann einfach Spaß am Arbeiten haben und geil sein, der Beste sein. Vertrieb ist halt auch einfach ein toxisches Umfeld, viel vergleichen und Wettbewerb. Und ich habe das aber geliebt, ich komme vom Radsport und damit sage ich nicht erfolgreich vom Radsport, aber ich komme aus dem Radsport. Grüße dein Team, komm. Ja, Grüße gehen raus, keiner wird mich mehr kennen. Komm, du es. Keiner, keiner kennt mich damit. Team Kastritzer. Eieiei, naja, war eine kurze Episode, aber ich habe einfach Wettbewerb geliebt. Wenn ich beim Fahrradfahren am Horizonten einen Fahrradfahrer gesehen habe, habe ich so lange Vollgas gegeben, bis ich ein- und dann überholt habe. Und das war eine gute Grundvoraussetzung für die Jobs, die ich dann später gemacht habe. Einmal Vollgas im Projekt und dann als Freelancer hast du das Projekt dann beendet. Und dann hast du erstmal eine Pause gemacht, hast dich zurück ins Leben gekämpft und dann ging es weiter ins nächste Projekt. Und das war für mich normal. Und 2024 im Dezember, da habe ich dann gemerkt, okay, das ist nicht normal und diesmal bin ich wirklich krank. Ich bin krank, ich bin nicht mehr derselbe, der ich mal war und es gibt jetzt nirgendwo in meinem Keller oder irgendwo in einer versteckten Schatzkiste noch Energie, die ich rausholen kann und jetzt für das nächste Projekt nochmal Vollgas geben. Davor die vier Monate, also ich habe dann in der anderen Firma aufgegeben und bin da raus und habe direkt schon wieder Bewerbungen

geschrieben, auf LinkedIn-Recrutern geantwortet. So ein Affekt war das bei mir immer. Ich habe schon erste Bewerbungsgespräche gehabt und auch zwei, drei Projekte gefunden, die ich ganz interessant fand. Ja, bis zum Dezember. Und da habe ich dann gesagt, okay, jetzt alles auf Null. Ja, das ist so krass, weil ich erinnere mich so krass daran, dass ich immer dachte so, du musst doch nicht sofort weiterrennen. Also wir merken doch gerade, dass irgendwas nicht stimmt. Wie gesagt, ich konnte es nicht, ich habe mir selber nicht rausgenommen, es zu definieren. Das ist ja wie wenn jemand von außen sagt, keine Ahnung, du hast eine Essstörung, dann ist das für denjenigen ja nicht so. Und ich weiß aber, bis du dann gesagt hast, okay, ich sage jetzt das letzte Recruiter-Gespräch ab. Und also bis dahin, warum machst du das weiter? Es ist doch gerade etwas im Raum. Da steht doch ein riesen rosa Elefant, der noch nicht benannt ist, aber der ist da. Aber war das so? Also wenn du mal ehrlich zu dir selber bist, ich meine, immer wenn ich gearbeitet habe, dann habe ich uns auch auf sichere finanzielle Füße gestellt. Und wenn du wirklich ganz, ganz ehrlich zu dir selber bist, dann hast du ja gesehen, wie ich mich runtergewirtschaftet habe und auch artikuliert. Das ist aber wie du es gerade sagst, das will man einfach nicht hören. Und man lebt ja dann auch in einem Universum, wenn man voll im Business ist und Vollgas gibt, wo alleine der Gedanke, sich zurückzunehmen und mal langsamer zu machen, der funktioniert gar nicht. Man fühlt sich unverzichtbar, man hat so viele Tasks, wo man sich gar nicht vorstellen kann, auch nur einen Tag auszusetzen oder mal einen halben Tag noch zu arbeiten. Und das hast du immer mal gesagt, aber man setzt ja dann nicht irgendwie einen Riegel vor als Partner. Macht man das nicht, weil man weiß, okay, wenn er jetzt aufhört, dann geht es uns auch finanziell schlechter oder wie ging es dir damit? Nein, das war es nicht. Und das hatte ich nie, wenn du dich erinnerst, sondern ich habe auch in dem letzten Zeitraum, in dem engeren Zeitraum immer wieder gesagt, bitte pass auf dich auf. Du kommst zuerst. Du musst erst heilen. Und dieses, okay, wir verlieren dein Part unseres Einkommens dann, war nicht höher oder war nicht, wie sagt man denn, mir war wichtiger, dass du eine Pause machst. Und das habe ich ja gerade eben schon gemeint. Ich habe gesehen, wo du hinrennst. Ich konnte es noch nicht benennen. Und das ist ja so ein bisschen dieses ganze Problem bei psychischen Erkrankungen. Und da muss ich auch ehrlich sagen, das fiel mir lange, lange schwer, zu verstehen oder erst mal zu sehen, was du hast und das anzunehmen, dass du nicht mehr derselbe Mensch bist, aber nicht, weil du es willst, sondern weil da eine Erkrankung ist. Und das ist so

hart, wenn du, ich kenne dich so lange oder ich kannte dich so lange und auf einmal ist dieser Gegenspieler nicht mehr der Gleiche und hat nicht mehr diese Stärken, wie Resilienz, wie Dinge zu regeln in Stresssituationen. Aber das finde ich halt schon krass. Von meiner Seite her hat das sehr lange gedauert, bis ich überhaupt verstanden habe, ich muss auch mein Mindset ändern, damit du heilen kannst. Ich muss das genauso annehmen, wie du. Ganz lange möchte man das auch nicht wahrhaben als Partner. Aber trotzdem, sorry, hab's gleich. Aber trotzdem war nie das Einkommen, also es hat mir keine Angst gemacht, dass wenn du jetzt nicht weiterarbeiten kannst, dass das wegfällt. Mir hat eher unsere persönliche Ebene die Angst gemacht oder die sich eingestehen müssen. Genau. Kannst du, kannst du, wie war das denn bei dir, wie lange hast du denn weitergemacht, weil du dachtest, dein Status, unser Geld wird schlechter, gab's da einen Moment, wo du gesagt hast, obwohl es mir schlecht geht, renne ich weiter. Jeden Tag. Also, ich kenne Menschen, die lieben ihren Job. Aber ich kenne nur wenige Menschen, die jeden Morgen aufstehen und ihren Job machen und das jeden Tag geil finden. Also, ich weiß nicht, wie viele Gespräche ich auch auf Arbeit habe, wo du irgendwie gefühlt auf alle schimpfst und dann sagst, ach, leck mich doch am Arsch. Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich jetzt auch auf Weltreise gehen oder was auch immer. Und ich meine, ich habe über 1500 On-the-Job-Coachings hinter mir als Freelancer-Coach, wo ich Menschen auch immer diese Frage gestellt habe, hey, sag mal, machst du das dir gerne, den Job? Oder würdest du was anderes machen, wenn du könntest? Und irgendwie gefühlt haben 90 Prozent gesagt, sie würden was anderes machen, aber haben halt nie den ersten Schritt gemacht, um sich zu verändern halt. Und du bist da so ein bisschen gefangen im Alltag und in deinen To-dos. Also, irgendwie form dich dann deine To-dos und packen dich da auch in eine Leitplanke, in der du dich bewegst, ohne dich noch so richtig persönlich auszuleben, sondern noch zu funktionieren. Und ja, ganz oft hatte ich die Momente, wo ich mir dachte, naja, selbst wenn, ich meine, ich verdiene jetzt hier sehr gut Geld, wir können uns eine schöne Wohnung leisten, ein schönes Auto. Am Arsch mache ich jetzt hier Schluss, das ist einfach gerade eine zu schöne Gelegenheit. Ich habe einen coolen Titel, ich habe was zu

sagen und ich darf auch mitgestalten. Das sind alles Dinge, an denen hältst du dann einfach fest. Dass die dann von einem Tag auf den anderen überhaupt gar nichts mehr wert sind, hatte ich zu dem Zeitpunkt noch überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber das ist das, worin ich gefangen war. Und dann die Zeit, in der ich feststellen musste, dass du nicht verstehst, wie es mir geht. Also, ich hatte nicht die Möglichkeit, das gut zu kommunizieren, weil ich ja selber noch nicht wusste, wie es mir geht. Ich habe mich erlebt und musste mich erst mal kennenlernen, wer ich da jetzt bin. Und du genauso. Auch in der Zeit verspürst du ja Druck, weil du offensichtlich nicht mehr das bieten kannst, was du mal geboten hast. Und ich bin ein Mega-Asset. Also, der Ring wiegt schwer an meinem Finger. Und das zurecht. Nein, aber das bist du ja wirklich. Ja, und das macht jeden Tag Druck. Also, jeden Tag stehst du auf und denkst so, naja, jetzt funktioniert es mal so, wie du vorher funktioniert hast. Das ist ja auch irgendwo das, was du hier mit in die Ehe reingebracht hast. Und jetzt hast du eine Familie, reiß dich mal zusammen, performen für die Kinder, performen für deine Frau. Jeden Tag versuchst du dort weiterzumachen, wo du aufgehört hast. Aber es geht nicht. It's not gonna happen. Jetzt hast du ja drei verschiedene Perspektiven, nicht Perspektiven, drei Rollen eingenommen. Haben Väterversionen. Ja. Das ist ja einmal der Elternzeitpapa, also so fünf Wochen und dann gehe ich zurück in den Job. Ja. Dann der Startup-Papa, der dann quasi 200 Prozent leistet statt 100. Ja. Und eben der Jetzt-Papa, der Burnout-Papa. In welcher dieser Versionen hast du denn jeweils unsere Kinder erlebt? Ich glaube, die Kinder erlebst du immer gleich. Die Frage ist, wie viel und in welcher Art und Weise erlebst du deine Kinder und dich als Vater. Also man hat ja auch irgendwo eine Vorstellung von sich, wie mein Vater sein möchte. Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob ich jemals cool war, aber ich glaube, ich war schon in ein paar Situationen lockerer. Ich war lustig. Keine Ahnung. Kannst nur du sagen. Oder andere, die mich kennen. Und ich habe mir immer vorgestellt, ich bin so ein cooler Vater. Wo die Kids dann irgendeinen Quatsch erzählen. Und du sagst dann, hier entspanne dich mal. Und weiter geht es jetzt hier. So war meine Vorstellung. Und dann war ich aus dieser Elternzeit dead. In der Zeit habe ich dann festgestellt, dass ich ein ziemlich aufgeregter Vater bin. Und ich habe jetzt hier so ein kleines Küken, das ich mit meinem Leben verteidige. Und sobald es irgendwie schief guckt, habe ich direkt erst mal Windeln gewechselt, das Kind eingecremt, habe neue Fenster eingebaut. Essen gekocht, obwohl er noch gestillt hat. Alles gleichzeitig. Und dabei musste es vielleicht nochmal pupsen. Das war eine Rolle, mit der habe ich nicht

gerechnet. Und konnte aber super viel Zeit in den Tag investieren. Und mich einbringen. Mein Kind erleben. Und habe mich einfach über so viele kleine Dinge freuen können. Wo andere, die keine Kinder haben, sagen, um Gottes Willen, ist ja auslangweilig. So war ich halt da und dachte mir so, ach krass, heute hat er ganz anders gegrinst als sonst. Und heute lag er mal links rum und nicht rechts rum oder sonst irgendwann. Und das war einfach schön und intensiv erleben zu können. Und dann habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Und das ist ein bisschen wie der Urlaubs-Effekt. Man ist im Urlaub und gefühlt überarbeitet man sein Leben in diesem Urlaub. und denkt sich, okay, wenn ich wieder zu Hause bin, mache ich alles ganz genau so. Es ist so schön entspannt hier. Warum mache ich das nie so zu Hause? Ab Montag ist alles anders. Und dann ist Montag. Du machst deine E-Mail-Postfach auf und denkst, wollt ihr mich verarschen? Und dann hast du die ersten zwei Montags-Meetings und beim Mittagessen sitzt du schon da und bist derselbe Zombie wie vorher. Und ich dachte, mit einem Kind passiert mir das nicht, weil das einfach nochmal so viel wichtiger ist. Und zu teilen war das auch so. Also so ein paar Sachen auf Arbeit, gerade als People-Manager in der vorgesetzten Rolle, waren dann schon eher so, okay, Alter, jetzt entspann dich mal. Das ist jetzt echt kein Problem, das ich hören möchte. Ich habe zu Hause Probleme. Das, was du mir gerade erzählst, ist ein alter Scheiß und jetzt für eine Bühne-Lösung schlagen wir zwei vor, eine von Nehmer, komm mal runter. Da gab es schon so Momente. Aber insgesamt auch die Menge der Du-Dos und die Verantwortung für Umsatz und Wachstum, die haben mich sofort wieder eingenommen. Und dann bin ich da arbeitsbewusst und pflichtbewusst auf meine Arbeit gerannt und war so ein typischer 18 Uhr nach Hause kommendett. Und das war auch wirklich unter Schmerzen 18 Uhr schon aufzuhören. Und dann habe ich mein Kind noch eine Stunde erlebt und dann ist er schlafen gegangen. Ganz klassisch. Und das war okay. Es gab auch schöne Momente im Homeoffice, wo ich Finn in der Trage hatte oder Meetings hatte und er ist dann im Meeting eingepennt und saß mal in Meetings bei mir auf dem Schoß und hat damit in die Runde gebunken. Alle fanden es total niedlich. Aber das waren nur so wenige Momente, dass ich sagen muss, das hat mir nicht gereicht. Ich war aber damals auch noch im Modus unterwegs, ganz oder gar nicht, null oder eins. Und wenn es nicht eins war, dann war es bei mir immer gleich null. Das heißt, glaube ich, heute, wo ich jetzt sehr, sehr lange daran gearbeitet habe, auch Freude in kleinen Dingen zu finden, auch in kleinen 10-Minuten-Momenten Kraft zu schöpfen und achtsam darauf zu sein, würde ich das vielleicht ein bisschen anders sehen. Aber damals in dem Arbeits- und Großkampfmodus, in dem ich da unterwegs war, war das gar nichts. Ja, und dann kam die Rolle als Burnout-Debt. Am

Anfang, wie gesagt, noch so dieses, naja, ich kam jetzt in dem neuen Job mit ein paar Sachen so nicht klar. Ich habe mich selbstbewusst dafür entschieden zu gehen. Das hat sich alles noch gut angefühlt. Und dann wurde mir aber immer bewusster und bewusster von Tag zu Tag, dass es mir nicht gut geht, dass ich nicht resilient bin, dass ich reizbar bin, dass ich Dinge vergesse und dass ich nichts fühle. Also wenig fühle. Und dann erlebst du alles so, als hättest du irgendwie vom Banküberfall eine Strumpfsocke auf den Kopf, wodurch du nur die Hälfte siehst, die Hälfte hörst und die Hälfte schmeckst. Keine Ahnung. Das war irgendwie, fühlte sich alles stumpf an und nicht so, ich konnte mich an wenig freuen. Und das ist halt nicht cool. Und dann kommt auch noch wenn ein Kind dann fragt, wenn es in die Kita geht, Papa, musst du arbeiten? Und man sich dann so schämt, wenn man sein ganzes Leben gearbeitet hat und ich arbeite, seit ich zwölf bin, dann einfach... Aber ich kann nicht weinen sehen, da muss ich mit weinen. Da halt einfach nicht auf Arbeit geht, sondern sich mit seinem nicht funktionierenden, beschissenen Kopf beschäftigt und sich über kleine Erfolge freut, wie ich war bei zehn Minuten spazieren und habe zwei Möwen im Flug beobachtet und bin froh drüber und eine Achtsamkeit gehabt, wo ich mir denke, was für ein beschissener Möwen. Nee, gar nicht. Und das ist die Krux bei psychischen Erkrankungen. Wenn du jetzt eine Bauchwunde an einem Fuß ausgeschnitten hättest und genau das denken wirst, ich war jetzt zehn Minuten spazieren, wäre das ein totaler Erfolg, weißt du? Aber wenn es um den Kopf geht, können wir das gar nicht als Erfolg annehmen, obwohl das genauso eine Wichtigkeit hat, wie wenn es körperlich ist. Klar, aber ja, ist so. Ist nicht cool. Fühlt sich nicht cool an. Vielleicht ist es cool, aber es fühlt sich nicht cool an. Wie erlebst du mich denn als Vater oder als Familienmensch mit dem Burnout? Und was würdest du dir manchmal wünschen? Also grundlegend erlebe ich dich ja als denselben liebevollen Mann, der du vorher für mich warst. Also erlebe ich dich jetzt in der Vaterrolle. Darf ich das direkt challengen? Wo erlebst du mich als liebevoll? Ich war für ein Freund, weil... Gegenüber Finn. Ach, gegenüber Finn. Ja. Wolltest du jetzt auf Ehemann? Ja, ja, ja. Nein, nein, nein. Ich bedachte mich ja schon noch als Ehemann und Mann. Ja, genau, aber ich sehe dich als sehr, sehr liebevollen Vater und sehr zugewendeten Vater und sehr

aufmerksamen Vater. Aber ich sehe halt auch, dass deine Resilienz, sag mal Resilienz auf Deutsch, mittlerweile... Geduld? Ja, deine Geduld. Reizbarkeit? Ja, das ist Reizbarkeit. Ist halt eine ganz andere, wie ich sie erwartet hätte, weil ich dich halt so vorher nicht kannte und weil es... Hast du da eine Situation, die das beschreibt? Ach, naja, zum Beispiel ist ja die Essenssituation bei uns sehr angespannt. Ja, jetzt komm dich gleich hier mit dem Sattelschlepper. Na ja, kann man ja auch ganz kurz anreisen. Da man denkst du bei Essen, du bist halt einfach, du kochst gerne und lange und liebevoll und emotional. Wenn das scheiße ist, dann hat der Sauerteig auch keine Chance mehr, da wird der hier durch die Wohnung gestuft. Aber so, ne? So mache ich das schon immer. Also an alle Hobbyköche da draußen in der Küche wird geschrien, geflucht und Genau, und das finde ich ganz schlimm, schon damals mit dem Fluchen. Nur dann ist es richtig geschrien. Da kann ich gar nichts mit anfangen. Und das ist für mich echt so ein rotes Tuch gewesen, wenn ich dann schon gemerkt habe, er kocht neben mir ohne Kinder. Wusste ich gar nicht, wohin mit mir, weil ich das... Und ich wusste, ich kriege es ja irgendwie ab. Egal, ob ich gehe oder ob ich bleibe. Lange Rede kurzer Sinn. Essen ist einfach... Das war... Kochen war und isst dein Hobby. Jetzt... Nee, isst streiche ich ganz kurz. Weil wir jetzt zwei Kinder haben. Du hast einfach resigniert. Ja. Und... Aber ich kaufe keinen Thermomix an alle da draußen, die sich dazu bekehren wollen. An meinen Menschen. Nein. Ich werde niemals ein Thermomix kochen. Ich koche mich ins Grab, wenn sein muss. Genau. Das ist ja auch etwas, was ich total an dir schätze. Und dieses Bekochtwerden. Und was wir zusammengekocht haben, ja. Ist ja auch alles toll. Lange Rede, kurzer Sinn. Du bist sehr angespannt am Tisch. Wenn... Und wie gesagt, jetzt hast du ja resigniert und kochst halt auch wirklich nur noch Kinderessen, die irgendwie Kita-ähnlich sind. Ich hab noch mehr Mürnchen gewünscht gewesen. Das war so schön. Vorgestern, erste Ohren. Naja. Aber davor war halt die Anspannung zu merken, wenn du dir super viel Mühe gegeben hast und er es nicht gegessen hat. Und ich dachte mir immer so, Junge, und das bist aber auch nicht du. Also da diese... Da so gereizt drauf zu reagieren, dass dieses Kleinkind eben nicht dein... Ich hab noch nicht mal ein Beispiel, weil ich mich gar nicht verinnern kann, was du gut gekaut hast, weil wir nur noch Kleinkind erst mal. Aber das ist für mich so. Und dann sind es so kleine Momente... Aber da will ich jetzt mal ein Impression für mich schlagen. Also erstens, genau, ich bin hier der Hauptverantwortliche fürs Essen. Das heißt, mein Anspruch ist jetzt mittlerweile nicht mehr gutes Essen, sondern einfach nur frisches Essen. Also bei uns gibt es keine Convenience. Das ist, weil ich das so möchte. Nicht, dass ich das verurteile. Aber das ist einfach... Ich koche seit ich 16 bin. Und genau, das ist mir wichtig. Was mir... Also, was ich mir immer vorgestellt habe,

wie das läuft. Meine Kids gucken mir beim Schnibbeln zu, machen dann irgendwann mit. Und dann... Das kommt ja auch Dann stehen wir hier vereint in der Küche und schnibbeln um die Wette und kochen ein geiles Essen. Das ist erst mal so noch nicht eingetreten. Das heißt, ich habe dann hier irgendwas zwischen Sandkiste und ersten Meltdown. Irgendwas bei 20 Minuten, um frisches Essen auf dem Tisch zu zaubern. Und schwitze wie ein Schwein, wenn ich hier fertig bin, in zwei Pfannen, in zwei Töpfen und der Mikrowelle hier irgendwas Essen fertig zu machen. Und dann rufe ich, das Essen ist fertig. Und das ist so geil, weil Gruß an alle unsere Eltern da draußen. Es tut mir echt leid. Sorry für alles. Dann rufst du hier, keiner kommt. Dann rufst du nochmal, keiner kommt. Und da denke ich mir so, Mann, es geht doch jetzt nicht um dein Essen. Die Essen der Kinder sind eh halbkalt. Ich habe mir seit drei Jahren abgeteilt. Es ist mir egal, ob das Essen lauer nutzt. Ich weiß, das ist deine Ehre. Ich weiß. Mir nicht. Aber es ist einfach gerade der Zeitpunkt. Dann hole ich diese Meute an den Tisch. Dann kommt unser Großer an den Tisch und sagt als allererstes, das esse ich nicht. Wo ich mir denke, Alter. Koste. Koste es wenigstens. Und dann sitzen wir am Tisch. Der eine schreit, der andere mäkelt und will eigentlich spielen. Der schreit nicht, der spartelt. Meine Frau schiebt sich das in 30 Sekunden rein auf den ganzen Teller und sagt mich mal, ob es schmeckt. Und ich sitze daneben und denke so, ich bin mal hier im Irgendhaus. Das ist hier einfach, ich lebe den Albtraum. Also jetzt, um mich zu verteidigen. Ich habe nur dieses kurze Zeitfenster. Und ich habe letztens erst gesagt, wenn man mich jetzt zu einem Dinner einladen würde, ich brauche erstmal eine Schule. Ich würde das reinschlingen ohne Ende, weil ich denke so, oh Gott, nur jetzt bekomme ich. Genau, aber das ist vielleicht nicht das beste Beispiel, aber ich... Naja, aber es beginnt halt schon beim Rufen. Das kann man halt nehmen. Das hatten wir auch heute. Du rufst, ich komme hier an, schlepp ein Kind hier rein, setze es in den Stuhl und du machst das kochende heiße Essen gerade auf dem Teller. Naja, weil ich mir angewöhnt habe, zu rufen, weil keiner kommt und dann rufe ich einfach schon mal fünf Minuten vor mir. Du kennst Theo, Theo ist wirklich gut und der will essen, wenn du ihm essen auf den Tisch hast. Aber das ist nicht das Thema? Ja, also es ist einfach, ich muss auch kein konkretes Beispiel nennen, diese Reizbarkeit und dieser Geduldsfaden ist so kurz, wie ich ihn von dir nicht kannte. Weil, wie gesagt, und das habe ich gerade schon unter Tränen gesagt, du warst das nicht. Du hattest einfach den langen Atem, du hattest einfach alles in der Hand. Und jetzt gucke ich dir manchmal zu und denke mir so, warte ganz kurz, es ist immerhin, also es gibt hier keine Aggressionen oder irgendwas, aber ich merke, dass du gereizt wirst. Und das mag ich nicht. Ja, genau. Ich wollte halt nie jemand sein, der, also mein eigener Anspruch war, nicht laut zu werden. Und dem werde ich auf jeden Fall nicht gerecht, weil ich es einfach nicht schaffe, ruhig zu bleiben in Situationen,

wo ich früher ruhig geblieben bin. Ich weiß aber auch gar nicht mehr so richtig, wie ich früher war. Irgendwie vergisst man das. Das ist noch wie so ein grauer Nebel. Daher erkenne ich ja nur noch das Ich, was ich jetzt bin und weiß, dass es nicht cool ist. Weiß aber auch nicht mehr, wie es mal anders war. Mal gucken, was ich davon zurückholen kann. Was man aber ja sagen kann, ist, dass es auf jeden Fall besser wird. Und das merke ich ja in letzter Zeit auch. Dass es einfach bergauf geht. Ja. Wie erlebst du dich denn im Familienalltag? Wie wirkt sich das irgendwie aus deiner Sicht aus? Ja, also im Familienalltag merke ich es lustigerweise an meinen, also wir haben hier ja so eine klare Aufteilung, Ich habe drei Vormittage, also mit Vormittag meine ich morgens bis 14 Uhr, habe ich unseren Kleinen und der oder diejenige, die den Kleinen hat an den Vormittagen, hat hier auch den Haushalt. Und ich habe halt starke Konzentrationsprobleme. Das bedeutet, wenn ich mir früher irgendwie so einen Schlachtplan gemacht habe, okay, ich muss jetzt den Schirrspüler fertig machen, die Küche sauber, Wohnzimmer und Esstisch aufräumen, sauber machen, Wäsche und Kinderzimmer und dann noch die ganze Bube saugen. Da habe ich mir irgendwie so einen logischen Plan zurecht gelegt im Kopf und habe die Sachen, die zuerst gemacht werden müssen, weil sie länger brauchen, wie zum Beispiel die Waschmaschine und Geschirrspüler, als erstes zu bestücken, habe ich damit angefangen und dann chronologisch, zeit- und aufwandmäßig nach uneffizient mich durchgearbeitet, bis ich die Ausarbeit fertig hatte. Und das kann ich nicht mehr. Ich kriege einfach keinen Plan im Kopf mehr hin, mehrere Tasks parallel zu arbeiten. Ich kann nur noch seriell arbeiten und auf Sicht. Also eigentlich, und das ist das Lustige, bin ich durch meinen Krankheitszustand eher wie so ein Dreijähriger, der völlig affektgesteuert durch die Bude rennt. Das heißt also, ich stehe auf vom Esstisch, nehme das Geschirr, was ich tragen kann, in die Küche, sehe in der Küche anderes dreckiges Geschirr, bringe das zum Geschirrspüler, mache einen Geschirrspüler auf, stehe fest, ach, verdammt, da ist noch sauberes Geschirr drin, räume sauberes Geschirr ein. So, mingelt, ich gehe zum Kleinkind, tröste den, gebe dir neues Spielzeug, auf dem Weg dorthin entdecke ich Schmutzwäsche, nehme die Schmutzwäsche, laufe hinter zum Wäschenkorb, mit dem Wäschenkorb, auf dem Weg in den Wäschenkorb, sehe ich Spielzeug im Flur, bringe das ins Kinderzimmer, sehe im Kinderzimmer anderes Spielzeug rumliegen, fange an, das Spielzeug wegzuräumen. Und so geht mir das hier wie ein, ich glaube, ein ganz normales Computerspiel, ein bisschen wie Pac-Man, der sich hier durch die Wohnung frisst. Schatz, du gehst mir ganz genauso. Ja, aber irgendwie bist du doppelt oder dreimal so Ja, ich bin schneller. Das ist der Unterschied. Das unterschreibe ich. Aber es ist, also, ich glaube, so geht es Hunderten, Tausenden da draus. Das kann sein, dann habt ihr jetzt alle Burnout. Ja, Diagnose.

Nein, aber das geht mir ganz genauso. Ja, ich weiß nicht, ob es dir ganz genauso geht. Also vielleicht ist es in deinem Kopf anders. Ja, genau. Und mein Kopf war sehr stark von Effizienz geprägt. Das heißt, was ich ja liebe, ist eine Situation zu beobachten, vor allem, wo mehrere Leute verschiedene Tätigkeiten machen und die dann, zu analysieren und zu suchtieren und effizienter zu gestalten. Und ich bin alles andere als effizient unterwegs. Ja, das ist so eine Sache im Alltag, die mir da auffällt. Aber was mir auch auffällt, ist eben diese Reizbarkeit. Ja, es gibt so Situationen, wo ich dann einfach getriggert werde durch multiplen Stress. Also das heißt, du hast irgendeinen Anspruch und, also dein Lieblingsding ist ja auch in den stressigen Situationen, wie so eine Übersprunghandlung, auf einmal zu fordern, dass hier aufgeräumt wird und wie es hier gerade aussieht. Ich weiß nicht, wo du das her hast. Ich würde es gerne wissen. Grüße gehen raus an die Schwiegermutter. Parallel weint der Kleine, weil er gerade in der Phase ist, dass er ganz viel möchte, aber es noch nicht kann. Und der Große ist im Dauer-Eskalationsmodus, klassisch am Wochenende. Und da passieren dann halt so drei Stränge gleichzeitig, plus dass du eigentlich noch was vorantreiben willst, parallel, um hier Haushalt, Familie oder was auch immer voranzubringen. Und das kriege ich im Kopf nicht gebacken. Also da stehe ich dann teilweise da und gucke einfach nur vor mich hin und weiß gar nicht, was ich jetzt noch machen soll als nächstes oder um wen ich mich als erstes kümmern soll. Das sind wirklich komische Momente, wo man da so ein bisschen wie schachmatt gesetzt, dann einfach dasteht und erstmal kurz in Standby-Modus geht. Und eben diese Reizbarkeitsmomente, also mich zu triggern, war unglaublich schwer. Also ich weiß nicht, ob ich auf Arbeit jemals laut geworden bin. Ich glaube nicht. Also wenn dann einmal oder zweimal. Also unter fünf Fingern kann man es an der Hand abzählen. Und hier werde ich halt ständig laut. Wenn Finn mich triggert oder du mich triggert, dann... Nicht ständig ist ein großes Wort. Naja, für mich gefühlt ständig halt. Mein Anspruch war null. Und die Realität ist sehr oft, dass ich dann halt laut reagiere, gereizt reagiere und auch teilweise wie ein Kleinkind reagiere. Da stehst du dann neben mir und sagst, bist du jetzt fünf? Wo ich mir denke, ja, danke für deinen Support. Ich weiß nicht, was ich hören wollte. Total, aber manchmal bin ich ja auch nur ein Mensch, der nämlich immer perfekt handeln und sehe dann meinen Sohn und sehe meinen Ehemann, der sich auf diese Ebene meines Sohnes begibt. Und dann irgendwie, wo ich mir denke, warte mal, ihr seid doch jetzt nicht beide klein. Du bist nicht fünf. Komm mal bitte wieder zurück zu mir als Elternteil, um das zu lösen. Ja. Was ist

denn dieser emotionalen Taubheit? Weil das fühlt sich für mich auch noch super fremd an. Oder da haben wir, glaube ich, auch noch nie drüber gesprochen. Nee. Wie ist es denn damit gerade? Wie beeinträchtigt die dich gerade? Naja, beeinträchtigen... Also... Also nimmt man die... Ja, du nimmst das ja wahr, oder? Also ich reflektiere viel und nehme wahr, dass es wahrscheinlich anders sein müsste, aber ich weiß ja nicht, wie ich es wäre. Also, was ich bei ganz vielen Dingen, wie es mir geht, nicht unterscheiden kann, ist, werde ich jetzt einfach nur alt? Oder was ist das gerade, was ich da habe? Und Emotionen gehören irgendwie dazu, ne? Also ich meine, wir waren alle mal irgendwie 14, 16, 18, 20 und dann irgendwann 30, 40 und ich bin jetzt 47. Du wirst ja nicht... Also Romina ist irgendwann vorbei, ne? So dieses Verliebtsein und draußen in der Welt rumrennen und alles geil finden und so viel Spaß zu haben, den Spaß meines Lebens und so weiter und so fort. Das habe ich schon lange nicht mehr und es ist vielleicht auch altersgerecht, aber insgesamt fühle ich mich emotional einfach am besten beschrieben irgendwie wie so ein Wattegepackter. Also diese Momente, wo ich herzlich lache oder bei einem traurigen Film und das war immer und das war immer ich bei uns, der da geweint hat, emotional oder für etwas brennen, was ja eine meiner größten Stärke in der Welt war. Heute, wenn es wieder der 23. Die 12. Und mir einfiel morgens, hatte ich Abend, ich habe noch kein Geschenk für dich, dann habe ich das in Minuten geschafft mir per Storytelling zu verkaufen, dass das jetzt die geilste Geschenk für den Welt bist. Und habe das gekauft und dir dann eingepackt und hingestellt und du packst das Ding aus und guckst wie ein Auto. Das konnte ich halt. Also das war ein Ding. Ich konnte mich in Storys, in Momente verlieben und die hoch und heilig leben. Das alles fühle ich mich nicht mehr. Also das heißt, ich habe hier so ein paar Momente. Also Finn schafft es immer mal wieder mich zum herzlich lachen zu bringen. Ja. Bei Theo, beim Kleinsten ist es immer eher so ein, ach Gott, ist es niedlich lachen. Auch so ein Gefühl, dass er einen Moment noch mal lacht. Also ich lache schon mit ihm, aber es ist ja noch nicht... Genau, es ist noch nicht, er hat jetzt nicht einen Witz erzählt. Er macht Finn ständig. Naja, aber der haut schon manchmal Sachen raus, wo ich den wirklich so eine Millisekunde lang unglaublich anstarre und dann muss ich so lachen. Ja. Weil es einfach, wo kam das denn jetzt her und das

ist schon cool, dass das so langsam jetzt zurückkommt. Ja. Aber ich weiß nicht, wann ich so richtig herzhaft gelacht oder richtig cool geweint bei einem coolen Film habe oder weiß nicht, bei Avatar habe ich damals Schnappatmung im Kino bekommen, also in den 3D uns reingezogen haben. Ich weiß nicht, wann ich beim letzten Film mal gespannt war oder irgendwas, also so auf die Folter gespannt, sagt man ja. Ja. Das gibt es alles nicht. die, ja wie vorhin schon gesagt, in so einer flachen Sinuskurve und er... er taugt. so beschreibt es das am besten. Ich glaube tatsächlich, dass momentan aber auch, wie soll ich das denn sagen, nicht die Zeit dafür fehlt, sondern Kapazität, ich kann es nicht genau benennen, dass das... Also ich will damit nichts kleinreden und das ist ein Gefühl, was du ja nicht erst seit gerade hast, ich sehe mich da ein bisschen drin, weil ich gerade gar nicht oft auch Zeit habe zu fühlen und zu... das Lachen und so ist schon da, aber weißt du, wo ich hin will? Also... Ne. Ne. Nicht die Zeit, sondern ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, es ist gerade gar nicht so viel Wahrnehmung und Raum für genau solche Dinge da und ich glaube, das macht die Heilung von dem, erschwert das wahrscheinlich noch, weil es ja gerade so viel um unsere Kinder geht, dass du den Fokus da gar nicht so groß drauf lenken kannst. Na, aber kann man Emotionen fokussieren? Ich meine, die passieren ja, ne? Und ja, klar ist unser Alltag jetzt nicht hochromantisch und wir haben zwei Dates die Woche, wo wir uns jedes Mal furcht verlieben und ein Feuerwerk im Schlafzimmer anzünden. Nee, das meine ich nicht. Oder irgendwelche krassen Kinofilmen und so reinziehen. Ich weiß überhaupt nicht, wann ich jetzt mal im Kino war. Fair enough, ne? Aber man kreiert jetzt gerade nicht diese großen Momente, aber ich konnte mich ja über alles freuen. Also ich weiß nicht, wie viel ich gelacht habe vorher. Okay, ich verstehe den Unterschied. Und jetzt lache ich ab und zu mal halt. Aber ich bin eigentlich ein lustiger Mensch. Du lachst über deine eigenen Witze immerhin noch. Das ist das Einzige, was immer noch funktioniert. Das macht mich auch sehr viel. Das muss manchmal auch reichen. Ich muss eine Witze zureinern. Ich reiße mich hier schon in jeder Folge zusammen, weil ich eigentlich auch hauptsächlich über Death Jokes lachen kann. Oh Gott, ja. Ich komme so aus den 90er Jahren, Blitz-Indo. Da standen die Besten drin. Bei den Eltern immer die Zeitung geklaut und dann habe ich die Witze auswendig gelernt, damit ich der Coolste in der Schule war. Möchten wir nicht hören. Aber wie, also bin ich noch der emotionale Mensch für dich, der ich vorher war, außer in der Küche? Nackt in der Küche. Wie erlebe ich mich denn als Tauber,

emotionsloser Bolzen? Und das meinte ich halt gerade, da ist ja gerade, da ist so wenig Raum für uns gerade, dass ich das ja gar nicht großartig ankreiden kann. Super. Rettet uns vielleicht auch, ne? Also, was mir total fehlt, ist Körperlichkeit und da meine ich nicht direkt Sex, sondern halt einfach näher. Mir fehlt einfach, und das machst du nicht, mehr eine Umarmung. Wir waren immer das Paar, was für alle frisch verliebt aussah, obwohl wir da schon zehn Jahre zusammen waren. Weißt du? Also, und dieses, das ist halt abhandengekommen. Da haben wir auch noch bei Weitem mehr gesessen. Ja, aber einfach so dieses, mir fehlt dieses Nähe körperlich. Also einfach, dass du mich an die Hand nimmst, dass du mich in den Arm nimmst. Und das ist ja auch was, und das haben wir uns letztens drüber unterhalten. Ich möchte ja meinen Kindern das mitgeben, dass Mama und Papa auch Nähe zueinander fühlen. Und das ist gerade nicht da. Das ist wirklich was, was mir unglaublich fehlt. Ja, ich lese das ja auch immer wieder in Einschläge ja Elternliteratur, dass wir jetzt den Kindern vormachen, was eine gesunde Beziehung ist. Und das setzt halt auch unter Druck. Aber wenn du es halt nicht fühlst, jetzt jemanden an die Hand zu nehmen, dann machst du es ja nur, weil du denkst, du musst es machen. Und das ist, glaube ich, auch nicht das, was man Kindern vormachen sollte. Genau, da gebe ich dir vollkommen recht. Ich weiß, dass das fehlt und dass das eigentlich so sein sollte. Aber es ist halt irgendwie nicht da. Genau, aber das… Hoffentlich noch nicht. Gleich bald wieder. Ja. Ich glaube, da fährst du dran. Ja. Woran arbeitest du denn gerade? Oder was planst du, woran du als nächstes an dir arbeiten? In Anführungsstrichen. Weil ich finde, dieses Wort macht ja auch direkt Druck. Woran arbeitest du gerade? Was möchtest du als nächstes bei dir gut machen, wieder heilen, besser machen? Find ich tatsächlich nicht, weil bei mir kam ja irgendwann, hatte ich ja gesagt, 24 Erkenntnis, okay, du bist krank. Und dann kommt so eine Erkenntnisperiode. Was ist das eigentlich? Wie fühlt sich das an? Was ist jetzt hier mein Startpunkt? Und dann, das ist das, was Menschen, glaube ich, ausmacht, auf jeden Fall nicht speziell mich, dann wollen wir Menschen ja, wir wollen bauen, wir wollen erfinden, wir wollen vorwärts kommen, wir wollen die Welt aus dem Angeln heben. Und in dem Moment, wo du dann verstehst, okay, wo stehe ich eigentlich gerade? Es dir eingestehst, dich damit akklimatisierst, kommt auch irgendwann das Momentum, wo du

sagst, okay, dann muss ich jetzt daran arbeiten. Und genau, das war halt viel Reflektieren und psychologische Unterstützung durch meinen Psychologen zu verstehen, was könnte ein Hebel sein. Und an denen arbeite ich halt tatsächlich. Und das ist Arbeit, das ist ein bisschen, Beziehung, passiert ja auch nicht einfach so. Wir sind jetzt, und jetzt wird der Witz wirklich, glaube ich, echt langweilig, aber es ist kein Witz. Ja, schreib es einfach drunter in den Kommentaren. Seit wann sind wir zusammen? Ich sag's nicht. Ich sag mal irgendwas, bei 18 Jahren sind wir zusammen. Oh, Schatz, das ist echt schlimm. Naja, lange. Nee, guck dir nachher als Hausaufgabe alte Bilder an, damit du wieder draufkommst, wann wirst du dabei sein. Nee, da kriege ich noch Depressionen, da habe ich noch 75 geworfen. Ach, verdammt, die habe ich ja schon. Ist doch nicht schlimm, was ich hinbekomme. Schön, eine runde Sache. Jetzt habe ich vergessen, was ich sagen wollte. Woran du arbeitest, die Hebel. Hebel, ja, genau, dass man dann einfach so definiert, was könnte ein Hebel sein und dann anfängt zu arbeiten. Und das ist tägliche Arbeit. Und zu meinem Lernprozess gehört ja eben nicht mehr Null oder Eins. Das heißt, früher dachte ich immer so, ich muss jetzt das große Ding machen. Okay, mir geht's jetzt schlecht. Also muss ich jetzt erst mal sechs Monate Weltreise mit meiner Familie machen und danach geht's mir besser. Nee, das ist es eben nicht. Ich muss Dinge finden, die ich im Alltag abbilden kann, in einem ganz normalen Alltag, um vorwärts zu kommen, um sozusagen den Rest meines Lebens einzuleuten, indem ich mir ein Fundament erarbeite, mit dem ich gesund werden kann und aber auch nicht rückfällig werde, wenn ich dann tatsächlich wieder anfange zu arbeiten, Vollzeit oder sonst irgendwas. Und da habe ich mir jetzt einiges zusammengestrickt. Also ich habe jetzt zum Beispiel jetzt ein Jahr lang versucht, mit dir an meiner Seite als starke Partnerin Strukturen und widerstehbare Rituale in den Familienalltag einzuziehen. Und ich habe nach einem Jahr jetzt einfach aufgegeben, weil die Tage und die Wochen einfach hier nicht erwartbar sind. Und Erwartbarkeit ist das, was ich brauche für meinen Reinigungsprozess. Und bin umgestiegen auf eine Blogstruktur. Das bedeutet, ich habe definiert, was mir gut tut. Und das ist einmal Kraftwort, Laufen, Dehnen, Meditieren, Lesen, Ukulele spielen, Lernen. Und das sind alles Blogs, die ich mir sozusagen im Backlog am Montag in die Woche packe. Zwölf Tätigkeiten im Selfcare und das alles so in 10, 20 oder 30 Minuten Blogs. Und die schiebe ich mir jetzt immer rein in einen Moment am Tag, wo es passt. Zwei kleine Tätigkeiten am Tag, 14 in der Woche, wenn ich richtig fleißig war. Und

dann komme ich viel, viel besser durch die Woche. Merke jetzt schon, dass ich resilienter werde dadurch. Und dass ich auch auf eine Woche zurückblicken kann, die so ein bisschen erfüllend ist, wo ich was für mich gemacht habe. Und nicht einfach nur völlig in meiner aktuellen Arbeit sind ja Kinder. Also eigentlich müsste das Selfcare sein, aber so viel Zeit kann man nicht investieren mit zwei Kids zu Hause. Und das tut gut. Ich habe mir da auch eine App gebaut, mit der ich das kontrolliere sozusagen. Ein super Tool, mich dann auch daran zu erinnern, was wichtig ist, täglich und immer wieder selber anzustoßen. Ich habe mir noch eine App gebaut, wo ich toxische Muster so ein bisschen durchbreche. Weil eins meiner stärksten toxischen Muster war abends, kurz vorm ins Bett gehen, nochmal zu essen. Das habe ich schon sehr lange. Daher auch die These, dass ich meinen Burnout schon irgendwann Anfang 23 hatte oder davor. Und das war das Jahr, wo wir umgezogen sind, Hund gestorben, erstes Kind bekommen und super viel Stress auf Arbeit wegen des russischen Angriffstriegs. Auf die Ukraine, wodurch das halbe PV-System in Deutschland zusammengebrochen ist. Und da stand ich immer nachts am Kühlschrank und habe mir 22 Uhr nochmal so eine 1000-Kalorien-Portion reingeschoben. Teilweise in mehreren Anläufen. Also am Kühlschrank hat gar was gegessen, wieder hingesetzt, Film guckt, wieder aufgestanden, an Snackfach, irgendwie was reingeschoben und so weiter. Und das kriege ich gerade in den Griff, dadurch, dass ich unter anderem einfach nur einen Streak zähle. Also wie bei den anonymen Alkoholikern eine Best-Series. Und da bin ich jetzt gerade bei Tag 47, in dem ich nicht mehr nachts gegessen habe. Das funktioniert für mich ganz gut. Und der Podcast hier, das ist ein Heilungsprojekt. Damals ja die Idee vom Psychologen zu sagen, unsere Paar, Streitigkeit und fehlende Nähe können wir, naja, vielleicht wieder in den Griff kriegen, indem wir mit einem Zwiegespräch beginnen. Indem wir uns einfach mal abends hinsetzen und uns reden lassen. Und das tun wir hier in dem Podcast, das habe ich heute zu dir gesagt, dass wir zum ersten Mal seit Monaten zusammen hier sitzen und sprechen und uns als Paar erleben. Und hier im Podcast mit ein oder zwei anderen Leuten, die uns vielleicht zuhören, Dinge über uns erfahren, die wir nicht wussten, weil wir vorher nicht gesprochen haben. Und uns aussprechen lassen, uns Fragen stellen, uns auch Fragen mitbringen hier in ein Gespräch. Und das ist ein ganz anderes Erleben. Plus, dass das halt ein Projekt ist, bei dem ich dich unterstütze, wo ich an zwei Tagen in der Woche mal zwei, drei Stunden strukturiert mich an den Rechner setze und an etwas arbeite, mit den Aufgaben,

die ich habe, im Podcast erstelle. Und auch zum ersten Mal wieder stolz sein kann auf etwas, was ich produziere und mich gut damit fühle. Am Anfang haben wir das ja noch nicht erzählt nach außen. Das heißt, das war wie so ein kleines Geheimnis, was man hütet. Aber wir haben ja wochenlang vorbereitet. Du vor allen Dingen. Ich bin ja die Vorpresch schon immer. Aber du hast das ja schon erstmal mich im Zaum gehalten und gesagt, nee, lass mal ganz kurz nochmal die Idee besprechen und so weiter. Aber ja. Ja, genau. Und dann wurde das aber aus einer fixen Idee, wurde das ein richtiges Projekt, was man baut und was produziert. Am Ende des Tages im wahrsten Sinne produziert. Und da blicke ich einfach gerne drauf und das tut auch gut. Also das hilft mir. Und jetzt fehlt noch eine Reha, wo ich das hundertste Dokument jetzt ausfülle, wo ich gar nicht mehr so viel, also was immer mein Ziel war, seit ich verstanden habe, ich muss an meiner Heilung arbeiten, dass ich mich nicht auf externe Einflüsse verlasse, sondern nur an Dingen arbeite, die ich selbst beeinflussen kann. Deswegen auch so viele kleine Selbstmaßnahmen. Die Reha ist offensichtlich etwas, wo ich von außen abhängig bin, dass die überhaupt stattfindet. Daher zähle ich da gar nicht mehr so große Stücke drauf. Ich hätte sie, glaube ich, am Anfang gebraucht. Ob ich sie jetzt noch bräuchte, kann ich gar nicht sagen. Wenn ich aber auf das Ergebnis schaue, wie es mir momentan geht, wie resilient ich bin und wie wenig leistungsfähig, brauche ich sie schon. Aber ich warte nicht auf sie. Das ist, glaube ich, die beste Bezeichnung. Ich warte nicht darauf, dass die passieren muss, um dass es mir besser geht, sondern ich arbeite schon so viel wie möglich vor, um dann in der Reha eventuell auch schnellere und bessere Ergebnisse zu erwirken. Schöner Abschluss. Welchen Gefühl willst du für uns oder wollen wir für uns oder für die Hörerschaft diese Folge schließen? Hört in euch. Hört in euch. Also, wir geben keine Tipps. Das sagst du immer. Das machen wir auch nicht. Wir sind kein Ratgeber. Mache ich ja auch gar nicht. Und ich habe eins gelernt. Ich hätte in mich hören müssen und habe gesehen, ein Jahr lang, wie es anfühlt, wenn ein Partner dich nicht hört und versteht. Und daher hört in euch und hört euch zu. Und dann macht die richtigen Schritte. Ich weiß nicht, ob das sinnvoll ist, aber ihr wisst, was ich meine. In diesem Sinne. Klang erst mal bedeutungsschwanger. Macht, was ihr wollt. Bezieht euch Netflix rein. Das habe ich

übrigens alles mit meinem Handy gelöscht. Oh, ganz wichtige Maßnahme. Oh, fast vergessen. Ich bin sehr gerne süchtig von allem, was Entertainment ist. Und ich habe alle Social Media, deswegen habe ich auch seit vier Jahren kein Instagram, was sehr witzig ist, weil du hauptsächlich im Instagram arbeitest. In diesem Instagram, von dem ich spreche. Mein Mann supportet mich nicht. Doch. Naja, im, im, im. Guck meine, du guckst ja nicht die Storys. Das wäre ein View mehr. Ja. Ein Link-Klick mehr. Ja, fair nach, fair nach. Aber ja, das habe ich alles gelöscht. Es gibt kein Netflix mehr, kein Amazon Prime, kein gar nichts, um mich sowas schon an den Kopf zu kriegen. Das heißt, die Leute sollen jetzt löscht. Löscht. Löscht, was ihr könnt. Ihr braucht es eh nicht. Ist nur Zeitverschwendung. Ne, dann verliere ich meinen Job. Bleibt. Okay, löscht alles außer Franziskas Internetseite, die sich Instagram nennt. Also, wenn ihr Fragen zu dem Thema habt, kommt gerne auf mich zu. Wenn ihr sagt, so oft zu heulen, geh mal duschen, zieh es hochspruchs aus und geh arbeiten. Ihr habt so recht. Ich würde gerne, wenn jemand in meiner Situation war, da mal die Seite auch von anderen hören, weil ich natürlich keinen Austausch habe. Ich habe ja keine Freundin, die einen Partner im Burnout hat. Als sich da jemand mit identifizieren kann, freue ich mich über Austausch. Gut. Apropos Austausch. Cut. Gut. Dann. Laptop zu. Baby von der Haus. Ab ins Nest. Tschüss. Tschüss. Tschüss. Schönen Abend. Schönen Nacht. Ruhige Nacht. Kommt noch was bei dir? Ja, ja, es hängt. Du hast mich früher mal gefragt, ob ich einen Schlagerfall habe. Äh. Das sage ich manchmal, wenn du so. Tschüsseldorf. Nee, ach Mann. Das sind meine. Ja, wenn du es nicht bringst, nehme ich. Na, Tschüsseldorf. San Francisco. San Francisco. Gib doch noch mehr. Hör auf, das jetzt. Was ist süß und liegt am Strand? Ach nee, was spricht undeutlich. Eine Nuschel. Oh mein Gott, das war mein Job früher. Ach, was ist süß und fliegt durch den Dschungel. Tarzipan. Ja. Auf Wiedersehen. Siehst du, ich kann nicht mehr lachen. War so ein guter Witz. Ja, das war ja. Das ist geschmunzelt. Das reicht. Gute Nacht. Kommt ein Pferd in eine Bar. Ja, den Witz verstehe ich nicht. Hä, sagt der Barkeeper, warum machst du so ein langes Gesicht? Mein Pferd in ein langes Gesicht? Wow, der ist so dumm. Aber ich verstehe nicht, warum Menschen darüber lachen sollten. Okay, tschüss. Schluss jetzt. Na, ich mach nicht aus. Okay, ich mach aus.